PRAXIS FÜR POSITIVE PSYCHOLOGIE & PSYCHOTHERAPIE
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MENTALE GESUNDHEIT

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert mentale Gesundheit als einen Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und erfolgreich arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann. Es ist mehr als nur die Abwesenheit von psychischen Störungen. Es hat einen intrinsischen und instrumentellen Wert und ist ein grundlegendes Menschenrecht.

Quelle: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-strengthening-our-
response


POSITIVE MENTALE GESUNDHEIT

Was bedeutet mentales Wohlbefinden? Die WHO definiert mentale Gesundheit wie dargestellt. Da es viele verschiedene Ansätze gibt, hat sich ein Expertenpanel zusammengesetzt und mit großem Konsens im Juni 2026 die folgenden essenziellen Faktoren für Positive Mentale Gesundheit benannt:

  • Sinn und Bestimmung
  • Lebenszufriedenheit
  • Selbstakzeptanz
  • Verbundenheit - mit anderen Menschen
  • Autonomie
  • Glück

Von weiteren 13 Dimensionen waren mindestens 75 % der Experten überzeugt, so dass u.a. auch Akzeptanz, Kompetenz, Gemeinschaftsgefühl, Zugehörigkeit, positive Einstellung zu Menschen und Gesellschaft, soziales Engagement, Mitwirkung, Entwicklung, Optimismus, Selbstkongruenz, Freude, Vitalität sowie Aktivitäten und Funktionsfähigkeit entscheidend sein können für unsere positive mentale Gesundheit.

Der entscheidende Punkt: Nicht das Glücksgefühl ist entscheidend, sondern insbesondere Sinnerfüllung und Bestimmung zu finden. 

Auch wer unter einer psychischen Störung oder Erkrankung leidet, kann die positive mentale Gesundheit verbessern. 

Diese Erkenntnis des Panels hat Professor Corey Keyes mit seiner jahrzehntelangen Forschung gut belegt. Dazu im folgenden Absatz.


Quelle: https://www.psychiatry.org/News-room/APA-Blogs/Defining-Mental-Well-Being-An-Expert-Consensus? Bericht über Iasiello, M., van Agteren, J., Ali, K. et al. A Delphi consensus study on the dimensions of positive mental health. Nat. Mental Health 4, 746–753 (2026). https://doi.org/10.1038/s44220-026-00617-5


DUAL-CONTINUUM-MODELL

Bereits 2002 hat der amerikanische Forscher Professor Corey Keyes der Emory University in Atlanta das Dual-Continuum Modell  entwickelt: Zum einen der Abwesenheit psychischer Erkrankung und zum anderen dem Ausmaß an Flourishing, psychischem Wohlbefinden und persönlichem Wachsen.

Das Dual-Continuum-Modell besagt, dass psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen nicht einfach Gegensätze sind, sondern voneinander unabhängige, aber miteinander verbundene Dimensionen darstellen.
Das Dual-Continuum Modell unterscheidet zwischen dem Kontinuum der psychischen Belastung (psychische Krankheit bis psychische Gesundheit) und dem Kontinuum des geistigen Wohlbefindens (languishing/dahinvegetieren bis flourishing/gedeihen).
Eine Person kann beispielsweise psychisch gesund, aber dennoch unglücklich sein (Languishing) oder eine psychische Erkrankung haben und dennoch gut funktionieren (Flourishing)

Quelle: Keyes, C. L. (2002). The mental health continuum: From languishing to flourishing in life. Journal of health and social behavior, 207-222.